Regelmäßiger Urlaub könnte sogar lebensverlängernd wirken. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler der Universität Helsinki, nachdem sie die Ergebnisse einer Langzeitstudie mit männlichen Führungskräften ausgewertet haben. In einer 40 Jahre andauernden Studie stellte Professor Timo Strandberg und sein Team fest, dass Menschen, die jedes Jahr länger als drei Wochen Urlaub haben stressfreier und länger leben, als jemand, der sich nur kurze Auszeiten gönnt. Das gilt vor allem für Menschen, die bereits mindestens einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Stress kann nicht durch einen gesunden Lebensstil kompensiert werden

Über einen Zeitraum von 5 Jahren bekamen die Hälfte der 1.220 Probanden (männliche Manager aus Finnland) alle vier Monate Ratschläge für eine gesunde Ernährung und ein Sportprogramm. Erfasst wurden unter anderem Arbeitszeiten, Schlafdauer und Urlaubszeiten. Außerdem wurde ihnen nahegelegt, ihr Gewicht auf ein gesundes Maß zu reduzieren, mit dem Rauchen aufzuhören und bekamen bei Bedarf Medikamente gegen Risikofaktoren. Mitglieder der 2. Kontrollgruppe erhielten bloß eine übliche Behandlung. Zwar konnte durch die Ratschläge das Risiko der Probanden, an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu erkranken, um 46% gesenkt werden. Trotz des gesunden Lebensstils hatten die Männer der ersten Gruppe ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod. In den 15 Jahren danach starben 38% mehr Probanden aus der Gruppe, die Ratschläge erhalten hatte, als Probanden aus der Kontrollgruppe, die keine Ratschläge bekommen hatten. Dieser Ursache gingen die forscher auf den Grund und stellten feste, dass Sie weniger urlaub machten und im Alltag eine schlechtere Schalfqualität hatten.
„Man sollte nicht davon ausgehen, dass ein gesunder Lebensstil zu harte Arbeit und zu wenig Urlaub ausgleichen kann“, sagt Professor Timo Strandberg, der Leiter der Studie.

“Die Männer mit kürzeren Urlaubszeiten schliefen in unserer Studie zudem weniger und arbeiteten mehr als die Führungskräfte, die länger Urlaub machten. Dieser stressreiche Lebensstil hat vermutlich einen stärkeren Einfluss, als die Gesundheits-Interventionen Vorteile bringen. Unsere Ergebnisse bedeuten nicht, dass Gesundheitserziehung schädlich ist. Sie legen lediglich nahe, dass die Reduktion von Stress ein wichtiger Teil solcher Programme ist – besonders, wenn es um kardiovaskuläre Erkrankungen geht. Und sie zeigen: Urlaub kann ein guter Weg sein, Stress abzubauen“ (ESC Congress, Journal of Nutrition, Health & Aging, 2018), sagte Strandberg. Aus seiner Sicht sollte Stressreduktion daher ein wesentlicher Bestandteil von betrieblichen Programmen sein, die zum Ziel haben, Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

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